Wie Hörgeräte ein Richtungshören zuverlässig ermöglichen

Wie Hörgeräte ein Richtungshören zuverlässig ermöglichen

Eine wichtige Funktion von Hörgeräten bildet das so genannte „Richtungshören". Dieses wird auch als „360-Grad-Hören" bezeichnet und trägt, abhängig vom Hersteller, verschiedene Funktionsnamen. Da Menschen über zwei Ohren mit einem entsprechenden Abstand zwischen beiden verfügen, können Sie die Richtung eines auftretenden Geräusches relativ genau bestimmen. Der Berechnung dieser Ortung liegen zwei Rechenprozesse zu Grunde:

Zum einen ist unser Gehirn in der Lage, mit Hilfe des Zeitunterschiedes, mit dem der Schall auf beide Ohren trifft, die ungefähre Richtung der Geräuschquelle zu orten. Zum anderen kann das Gehirn den Einfallswinkel berechnen, unter dem die Töne die Ohren erreichen. Da Schallwellen, die beispielsweise direkt auf das linke Ohr treffen, einen längeren Weg durch Haut, Muskeln und Knochen nehmen müssen, um zum rechten Ohr zu gelangen, werden diese von rechten Ohr gedämpfter wahrgenommen. Ebenso verändert sich die Tonhöhe, also die Frequenz, beim Durchdringen dieser „Hindernisse".

Die unterschiedlichen Dämpfungsgrade beider Ohren werden nun vom Gehirn ausgewertet und ermöglichen ihm eine relativ genaue Ortung der Geräuschquelle. Dieser Prozess ist sehr kompliziert und kann schon durch eine geringe Hörminderung massiv gestört werden. Hörgeräte sollten dieses sogenannte Richtungshören daher auch mit Hilfe ihrer Funktionen bestmöglich ausgleichen.

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Um Schall aus verschiedenen Richtungen aufnehmen zu können, werden im Hörgerät sogenannte Richtmikrofone eingebaut. Diese verarbeiten akustische Signale abhängig von ihrer Einfallsrichtung, ihrer Wellenfront und dem Zeitpunkt ihres Auftreffens auf das Mikrofon. Bevor das eintreffende Signal allerdings verstärkt an das Gehör weitergegeben wird, müssen zunächst Störgeräusche wie Straßenlärm gefiltert werden. Außerdem muss die Verstärkung abhängig von der Schwerhörigkeit des Betroffenen in ihrer Stärke variieren.

Leidet der Hörgeräteträger beispielsweise unter einer Hochtonschwerhörigkeit, müssen die hohen Töne vom Hörgerät getrennt von den tiefen Tönen verstärkt werden. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Unterteilung des Signals in Frequenzteilbänder, eine anschließend unabhängige Berechnung der Richtwirkung in diesen Bändern und eine anschließende Synthese zu einem gemeinsamen Ausgangssignal. Über wie viele Richtmikrofone ein Hörgerät verfügt, hängt von dessen Ausstattung ab.

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