Welche Aussagen liefert eigentlich ein Tonaudiogramm?

Welche Aussagen liefert eigentlich ein Tonaudiogramm?

Diese Woche erkläre ich Ihnen in unserer Rubrik „Gut zu Wissen", nach welchen Kriterien die Schwere einer Hörminderung kategorisiert wird und von welchen Gehöreinbußen Hörbeeinträchtigte betroffen sein können. Diese Einteilung wurde 2012 von der World Health Organisation (WHO) vorgenommen und unterscheidet 5 Grade der Schwerhörigkeit.

Bevor man eine Kategorisierung vornehmen kann, muss zunächst ein Tonaudiogramm des Betroffenen erstellt werden. Dieses wird vom Hörakustiker oder HNO-Arzt durchgeführt und kann Aussagen über die Symptome oder die Ursache einer vorliegenden Hörstörung liefern. Hierfür werden der Testperson verschiedene Frequenzen in unterschiedlichen Lautstärken vorgespielt, um so herauszufinden, über welche Hörschwelle sie verfügt.

Nachdem für jede Frequenz eine Hörschwelle ermittelt wurde, wird aus diesen ein Mittelwert errechnet, welcher das durchschnittliche Hörvermögen auf dem entsprechenden Ohr angibt. Anhand dieses Wertes kann bei einer vorliegenden Hörminderung später auch das Hörgerät angepasst werden.

Wünschen auch Sie eine Ermittlung ihres Hörvermögens, um eine eventuell vorliegende Schwerhörigkeit zu diagnostizieren? Unsere Hör-Experten von PROAURIS vereinbaren hierfür gerne einen Termin bei einem Hörakustiker ganz in Ihrer Nähe!

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Nachdem für jedes Ohr ein Tonaudiogramm durchgeführt und der Mittelwert errechnet wurde, bildet der jeweils niedrigere Wert beider Ohren die Grundlage für folgende Kategorisierung:

​Grad ​Kleinerer Mittelwert beider Ohren Bezeichnung Ausprägung
​0 ​< 25 dB ​keine Schwerhörigkeit ​Flüstersprache kann ganz beziehungsweise Großteils verstanden werden und es bestehen keine oder nur leichte Probleme bei der Kommunikation
​1​26 dB - 40 dB​leichte Schwerhörigkeit​Normallaute Umgangssprache wird bei einer entfernung von höchstens einem Meter zum Ohr verstanden
​2​41 dB - 60 dB​mittelgradige Schwerhörigkeit​Lautes Sprechen wird bei einer Entfernung von höchstens einem Meter zum Ohr verstanden
​3​61 dB - 80 dB​hochgradige Schwerhörigkeit​bei sehr lautem Sprechen werden nur wenige Worte auf dem besser hörenden Ohr verstanden
​4​> 81 dB​an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit oder vollständige Taubheit​Es liegt keinerlei Sprachverständnis bei maximaler Lautstärke vor

Ergibt ein Tonaudiogramm für das linke Ohr beispielsweise einen Mittelwert von 63,5 dB und für das rechte einen Wert von 58 dB, liegt laut WHO eine Schwerhörigkeit des zweiten Grades vor.

Natürlich ist es von Fall zu Fall unterschiedlich, ob Betroffene ein Hörgerät benötigen, und falls ja, ob eine ein- oder beidseitige Versorgung in Frage kommt. Generell kann eine Hörhilfe jedoch schon ab einer leichten Schwerhörigkeit empfehlenswert und ab einer mittel- bis hochgradigen Hörminderung erforderlich sein, um wieder alle hörbaren Frequenzen wahrnehmen zu können.

Gerne können Sie sich bei allen Fragen rund um die Themen Hören, Hörminderung und Hörgeräte an PROAURIS wenden. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

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