Wie funktioniert ein Hörgerät?


In modernen digitalen Hörgeräten steckt weit mehr Technik, als man einem so kleinen Gerät zutrauen würde. Die Geschichte dieser Technologie begann vor circa 200 Jahren mit großen trichterförmigen Hörrohren. Im Laufe der Zeit wurde die ursprüngliche Variante immer weiter ausgebaut bis heute zu den digital funktionierenden Hörgeräten.

Funktionen zeitgemäßer Hörgeräte:

  • Spezifische Verstärkung von bestimmten Frequenzbereichen, welche nicht mehr gehört werden können

  • Individuelle Programmierung für den Höralltag und Feinanpassung an den Hörverlust

  • Kleine dezente Bauweise, die kaum mehr auffällt

  • Maßangepasste Ohrpassstücke

  • Verschiedene Farben zur Verwirklichung des eigenen Stils

  • Funktionen, welche das Hörgerät in den digitalen Alltag integrieren

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Neben den zahlreichen Funktionen der modernen Hörgeräte, welche auch stark von der Preisklasse abhängen, bestehen sie letztendlich in allen Größen, Formen und Farben aus den gleichen fünf grundsätzlichen Bauteilen:

  1. Mikrofonpaar

  2. Prozessorchip

  3. Verstärker

  4. Lautsprecher

  5. Batterie oder Akku

Bauteile eines Hinter-dem-Ohr-Hörgerätes
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Bauteile eines Im-Ohr-Hörgerätes

Ein Mikrofonpaar nimmt akustische Schallereignisse (z.B. Musik, Gespräche, Lärm) auf und wandelt sie in elektrische Signale um. Zwei Mikrofone ermöglichen dem Hörsystem eine Unterscheidung von hinten und vorne, sowie eine Verstehensverbesserung in schwierigen Hörsituationen durch eine einstellbare Richtcharakteristik.

Die Funktion des Prozessorchips besteht darin, das Signal passend zum Hörverlust des Hörgeräteträgers zu analysieren und zu bearbeiten. Dabei berücksichtigt der Chip zum einen die Lautstärke- und Frequenzabhängigkeit des Ohres, zum anderen ist es

dem Hörakustiker möglich, spezielle Filter zu aktivieren, die z.B. Lärm von Sprache unterscheiden und störgeräuschreiche Situationen durch bestimmte Unterdrückungsmechanismen für den Hörgeräteträger optimieren.

Das bearbeitete Signal wird an den Verstärker weitergegeben, der - wie der Name schon sagt - das Signal so verstärkt, dass der Hörverlust bestmöglich ausgeglichen wird. Anschließend wird das Signal dann an den Lautsprecher weiterleitet.

Die Funktion des Lautsprechers (auch Hörer genannt) ist die Umwandlung des immer noch elektrischen Signals in ein akustisches und die Weiterleitung über einen Schallschlauch oder ein Kabelsystem ins Ohr zum Trommelfell. Um diese ganze Verarbeitung möglich zu machen, benötigt es allerdings Strom. Dieser wird von einer Batterie oder heutzutage teilweise auch von einem Lithium- Ionen-Akku geliefert.

Damals funktionierte die Verstärkungstechnik noch analog. Das bedeutet, dass zwar auch diese Systeme mit mindestens einem Mikrofon, einem Verstärker und einem Lautsprecher ausgestattet sind, jedoch das eigentliche Herzstück, wie es in digitalen Systemen der Prozessor ist, fehlt. So konnten die Hörakustiker früher wenig bis gar nicht auf sich ändernde Situationen im akustischen Alltag des Trägers durch Aktivierung verschiedener Filtermechanismen reagieren. Eine manuelle Veränderung der Lautstärke durch Betätigung eines Lautstärkestellers am Gehäuse war dem Träger zwar möglich, aber die eingestellte Grundverstärkung konnte nicht für leise, mittlere und laute Schalleingänge unterschiedlich bearbeitet werden.

Heute erhält man bei seinem Hörakustiker ausgereifte Hochleistungscomputer mit individuell einstellbaren Funktionen, die einem Schwerhörigen das Leben durch eine fachgerechte Einstellung erheblich erleichtern können.

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