Audiogramm


Bei einem Tonaudiogramm, auch Reintonaudiogramm (RTA) oder Hörkurve, wird das subjektive Hörvermögen eines Menschen gemessen, also welche Tonfrequenzen er ab welchem Pegel mit seinem Hörsinn gerade noch wahrnehmen kann. Es ist in der Regel Bestandteil eines Hörtests.

 

 

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Wie wird ein Audiogramm erstellt?

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Beim Aufnehmen eines Tonaudiogramms bei einem Hörtest - meist beim HNO-Arzt oder Hörakustiker- werden dem Getesteten über eine Schallquelle eine Reihe bestimmter Töne mit jeweils steigender Tonstärke vorgespielt. Die Lautstärkeerhöhung beträgt bei den meisten Tonaudiometern +5 Dezibel. Dabei muss der Proband ein vereinbartes Zeichen (Drücken eines Knopfes, Heben der Hand, usw.) geben, sobald er einen Ton gerade noch wahrnimmt. Dieser Test wird für die Schallübertragung per Luft (mit Kopfhörern/Lautsprecher) und per Knochenleitung (Knochenleitungshörer) durchgeführt. Für jede überprüfte Frequenz (Tonhöhe) wird die Lautstärke, ab welcher der Proband den Ton wahrnimmt (Hörschwelle), in ein Formular eingetragen. (Bild oben).

Früher wurde vermehrt das sogenannte Békésy-Tracking benutzt: Hier können die Probanden selbst die Tonintensität mithilfe eines Knopfes variieren. Dieses Verfahren wurde bei Hörtests aber aufgrund einer zu hohen Fehlerquote abgelöst.

Wie liest man ein Audiogramm?

Die horizontale Achse beschreibt die Tonhöhe als Frequenz in Hertz (Hz) oder Kilohertz (kHz). Die senkrechte Achse des Diagramms gibt die Lautstärke von oben nach unten zunehmend in dbHL an, bei der die Hörschwelle des Probanden liegt. DbHL bedeutet Dezibel Hearing Level. 0 dbHL bedeuten im Graphen nicht etwa eine Lautstärke von 0 Dezibel, sondern die gemittelte Hörschwelle eines gesunden Probanden. Nach dem Standard DIN EN ISO 8253 werden für die Luftleitung die Zeichen “o” (rechts) und “x” (links), für Knochenleitung die Zeichen “>” (rechts) und “<” (links) eingetragen.

Aussagen eines Audiogramms und Zuverlässigkeit der Ergebnisse

An einem Audiogramm kann man nach dem Hörtest die Luftleitungshörschwelle sowie die Knochenleitungshörschwelle bei den unterschiedlichen Frequenzen ablesen. Verläuft der Graph beider Hörschwellen normal bei 0 dbHL, so funktionieren Gehörknöchelchen, Sinneszellen und Gehörnerv einwandfrei.

Liegen die Hörschwellen bei Luftleitungs- und Knochenleitungshörschwelle aufeinander, so liegt eine Schallempfindungsstörung vor. Kann der Proband zwar über die Luftleitung Töne schlecht wahrnehmen, hat aber mit der Knochenleitung keine Probleme, hat er eine Schallleitungsschwerhörigkeit, welche zum Beispiel durch eine Mittelohrentzündung oder Otosklerose hervorgerufen werden kann.

Ist die Knochenleitungsschwelle schlechter als normal und die Luftleitungshörschwelle noch schlechter, so spricht man von einer kombinierten Schwerhörigkeit. Personen, welche vermuten, von einem Hörverlust betroffen zu sein, können also bei einem Hörtest mit einem Tonaudiogramm relativ unkompliziert einen genauen Befund ihres Hörvermögens erhalten.

Natürlich funktioniert die erfolgreiche Aufnahme eines Audiogramms nur mit der Mitarbeit des Probanden. So sind kleine Kinder meist mit der Aufgabe überfordert. Außerdem vertraut eine Audiogrammaufnahme auf die Aussage des Probanden: Er kann Dinge schlimmer darstellen als sie sind oder Missstände erfinden.

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