Morbus Menière


Was ist Morbus Menière?

Morbus Menière, oder auch die Menière-Krankheit genannt, ist eine eher seltene Erkrankung des Innenohrs. Am häufigsten betroffen sind Menschen im mittleren Alter. Bei Betroffenen der Krankheit Morbus Menière liegt eine Störung im Gleichgewichts- und Hörorgan vor, welche von Beschwerden, wie einem tieffrequenten Tinnitus, einem Hörverlust und oft schweren stundenlangen Anfälle von Drehschwindel, begleitet werden.

 

 

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Symptome

Die Krankheit beginnt oft mit einer Hörstörung im Tieftonbereich, begleitet von einem leichten Ohrdruck. Charakteristisch ist eine Kombination der folgenden drei Symptomen, die auch als Menière’sche Trias bezeichnet werden und welche sich je nach Krankheitsbild auch nacheinander einstellen können.

  • Drehschwindel-Attacken: Die Anfälle von Drehschwindel (Vertigo) kommen schubweise in unterschiedlichen Abständen mit nur kurzer Vorwarnung und können wenige Minuten bis hin zu mehreren Stunden dauern. Mit den Schwindelattacken geht oft Übelkeit, Erbrechen, Blässe und Schweißausbrüche einher. Zudem kann es bei circa 5% der Betroffenen zu plötzlichen Stürzen ohne Bewusstseinsverlust, sogenannten vestibulären Drop-Attacks (Sturzattacken), kommen.

  • Tinnitus: Meist hören die Betroffenen nur einseitig das Ohrgeräusch (Tinnitus), welches oft als tiefes Brummen oder Rauschen beschrieben wird. Dieser Tinnitus tritt zusammen mit dem Schwindel auf, hält aber meistens länger an.

  • Schwerhörigkeit: Ein weiteres Symptom ist, dass die Schwerhörigkeit nur auf einem Ohr auftritt, üblicherweise auf demselben Ohr wie der Tinnitus, ähnlich wie bei einem Hörsturz. Zusätzlich verspüren die Betroffenen ein Druckgefühl auf dem Ohr. Das Ausmaß dieser Hörminderung kann je nach Attacke schwanken.

Ursachen

Die genauen Ursachen von Morbus Menière werden bisher nur vermutet, dennoch tritt in vielen Fällen die Erkrankung gehäuft innerhalb der Verwandtschaft auf, was auf eine gewisse erbliche Veranlagung schließen lässt. Eventuell werden gewisse anatomische Besonderheiten des Gleichgewichts- und Hörorgans vererbt. Aber auch Umweltfaktoren, wie eine hohe Lärmbelastung, eine Virusinfektion, wie eine Mittelohrentzündung oder Durchblutungsstörungen, können Ursachen der Erkrankung Morbus Menière sein. Bei Morbus Menière kommt es zu einer Flüssigkeitszunahme des Innenohrs. Bei diesem endolymphatischen Hydrops (Hydrops cochlea) werden die mit Innenohrflüssigkeit (Endolymphe) gefüllten Gänge, welche aufgrund von Volumenzunahme unter erhöhtem Druck stehen, gedehnt. Möglicherweise wird der „Endolymph-Schlauch“ so stark gedehnt, dass er an einer Stelle einreißt, weshalb sich die beiden Flüssigkeiten, Endo- und Perilymphe, vermischen. Durch die Änderung der Salzgehalte kommt es zu Störungen des Hör- und Gleichgewichtorgans und folglich zu den typischen Morbus Menière Symptomen.

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Diagnose

Sollten Sie Anzeichen von Morbus Menière bemerken, ist es ratsam so schnell wie möglich einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen, welcher Sie eventuell auch an die Neurologie verweist. Dieser wird Sie zunächst zu Ihren Beschwerden und zu möglichen ähnlichen Erkrankungen innerhalb Ihrer Familie befragen. Um andere Verletzungen oder Infektionen auszuschließen, werden anschließend die anatomischen Gegebenheiten des Ohrs untersucht. Im Anschluss daran werden eine Reihe von Testverfahren, hauptsächlich luftleitungsinduzierte Hörtests durchgeführt, um die Beeinträchtigungen der Hörfähigkeit zu überprüfen und diese letztendlich in einem Audiogramm, indem man beispielsweise die Unbehaglichkeitsschwelle ablesen kann, festzuhalten. Testmethoden wie die Tympanometrie und die Messung von otoakustischen Emissionen (BERA) geben dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt Auskunft über den Ort der Schädigung. Mit einer Glycerolbelastungsprobe, auch Klockhoff-Test genannt, wird der Flüssigkeitsstatus (Hydrops) des Innenohrs nachgewiesen. Bei dem Glyceroltest wird dem Patienten eine Flüssigkeit aus Glycerol, Wasser und Zitronensaft verabreicht. Das Glycerol bewirkt bei Morbus Menière eine Ausschwemmung des Flüssigkeitsstaus, sodass sich kurzeitig das Hörvermögen verbessert.

Zusätzlich kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, bildgebende Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomografie vorzunehmen, um Gehirntumore, wie das gutartige  Akustikusneurinom , als Ursache ausschließen zu können.

Therapie

Sollte eine Behandlung mit den verordneten Medikamenten keine Wirkung zeigen, wird eine Operation in Betracht gezogen, um die Beschwerden von Morbus Menière zu lindern. Hierbei wird ein Teil vom Schädelknochen entfernt, um so zumindest einen Teil des Drucks zu reduzieren. Sowohl bei medikamentösen als auch operativen Therapien besteht die Gefahr, dass sich das Hören verschlechtert.

Es gibt noch weitere Therapien wie das Durchtrennen des Gleichgewichtsnervs oder das Geben von speziellen Mitteln, die den Gleichgewichtssinn unterdrücken. Diese werden aber nur eingesetzt, wenn wirklich feststeht, dass das Gleichgewichtsorgan für den Drehschwindel verantwortlich ist und eine sehr schwere Beeinträchtigung vorliegt. Durch die Behandlung werden lediglich die Schwindelattacken reduziert, das Hören wird jedoch weiterhin abnehmen. Um nach akuten Attacken einen weiteren Anfall von Morbus Menière vorzubeugen, also eine sogenannte Anfallsprophylaxe, ist eine gesunde Lebensweise empfehlenswert. Betroffene sollten besonders auf sich achten, beispielsweise durch eine gesunde und salzarme Ernährung und den Verzicht auf Nikotin. Besonders Frauen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr leiden häufiger unter Morbus Menière als Männer.

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