Lagerungsschwindel


Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS, auch peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel, PPLS oder gutartiger Lagerungsschwindel) bezeichnet ein harmloses Schwindelgefühl, welches im Zusammenhang mit einer Lageveränderung auftritt. Der Lagerungsschwindel ist nicht schädlich, allerdings äußerst unangenehm für Betroffene.

 

 

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Symptome und Diagnose

Betroffene des Lagerungsschwindels klagen oft über ähnliche Symptome. So tritt er häufig anfallsartig (paroxysmal) auf und dauert nur wenige Sekunden an. Dabei ist die Stärke und Ausprägung des Schwindels oft abhängig von der Lageposition des Kopfes.

Von einem sogenannten Karussell- oder Drehschwindel wird gesprochen, wenn der Anfall eintritt, sobald der Kopf des Betroffenen rasch seine Position ändert. So ist zum Beispiel schnelles Bücken, schnelles Aufrichten oder Umdrehen im Bett oft problematisch. Tritt der Schwindel beim Umdrehen auf, so ist die Möglichkeit des kreislaufbedingten Schwindels normalerweise ausgeschlossen.

Um den benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel diagnostizieren zu können, muss der behandelnde HNO-Arzt zunächst eine ausführliche Patientenbefragung durchführen. So werden eventuelle andere Schwindelursachen ausgeschlossen. Sieht alles nach einem gutartigen Lagerungsschwindel aus, wird die sogenannte Dix-Hallpike- Lagerungsprobe angewendet. Dabei wird der Patient schnell in bestimmte Positionen gebracht, um einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel-Anfall zu provozieren. Es kommt im positiven Fall zu Schwindelgefühlen und einem Nystagmus (unkontrollierte, rhythmische Organaktivität) der Augen. Typischerweise fangen Betroffene nach einer erfolgreichen Dix-Hallpike-Lagerungsprobe an zu zittern, als Resultat der Fehlkoordination von Gleichgewichts- und Sehsinn. An der Achse (horizontal oder vertikal) des Nystagmus lässt sich erkennen, welcher Bogengang überreizt ist. Andere Schwindelformen haben eine andere Ursache (zum Beispiel Herz-Kreislauf- Probleme) und somit andere Symptome.

Besonders gefährlich können die Folgen eines Lagerungsschwindels für ältere Menschen sein. Das Schwindelgefühl beim Drehen des Kopfes führt neben der Übelkeit nicht selten zu Gleichgewichtsproblemen und damit verbundenen Stürzen. Auch wenn der Lagerungsschwindel als gutartig betitelt wird, kann er durchaus ernsthafte Verletzungen nach sich ziehen.

Lagerungsschwindel beim Kleinkind

Bei Kindern kommt Lagerungsschwindel eher selten vor. Zwar ist das Ablösen von Otolithen (Ohrensteinen) durchaus auch bei Kindern nachweisbar, es führt jedoch in den seltensten Fällen zu einem Lagerungsschwindel. Es gibt zwar durchaus Fälle von Schwindel in sehr jungem Alter, allerdings sind hier oft Migräne oder andere Ursachen der Auslöser. Mediziner gehen davon aus, dass das Risiko für Lagerungsschwindel ab dem 35. Lebensjahr steigt.

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Zusammensetzung des Gleichgewichtsorgans und Ursache von Lagerungsschwindel

Um der Ursache des Lagerungsschwindels auf den Grund zu gehen, sollte zunächst das Gleichgewichtsorgan grob erklärt werden. Es setzt sich aus den Makulaorganen Sacculus und Utriculus sowie den Bogengangsorganen zusammen. Doch was ist eigentlich ein Bogengang?

Die mit Flüssigkeit gefüllten Bogengänge bilden das Drehsinnesorgan. Sie stehen nahezu senkrecht zueinander und können so Drehbeschleunigungen des Kopfes im Raum erfassen. In Ihnen liegen Haarzellen, welche Informationen über Beschleunigung in der Kopfdrehung an das Gehirn weiterleiten.

Die Makulaorgane Sacculus und Utriculus sind für ortsändernde Beschleunigungen des Körpers im Raum zuständig. Sie stehen ebenfalls senkrecht zueinander, um vertikale und horizontale Bewegungen erfassen zu können. In Ihnen ragen Sinneszellen in eine gallertartige Flüssigkeit hinein. Diese Flüssigkeit enthält sogenannte Otolithen (auch: Statolithen, Ohrensteine). Dies sind feine Kristalle aus Calciumcarbonat, welche einen Trägheitseffekt haben und ohne die die Erfassung von Beschleunigungen unmöglich ist.

Als Ursache für Lagerungsschwindel wird nun die Ablösung dieser Otolithen aus dem Utriculus vermutet. Nach der weitgehend anerkannten Canalolithiasis-Theorie gelangen die Ohrensteine in die Bogengänge und bewegen sich bei entsprechenden Kopfbewegungen hin und her. Die Folge ist eine Flüssigkeitsbewegung, welche die Haarzellen in den Bogengängen reizt. Das Gehirn erhält von Ihnen nun eine Bewegungsmeldung, welche aber von anderen Sinnessystemen nicht gemeldet wird. Die Folge dieser widersprüchlichen Informationen ist, dass das Gehirn versucht, aus den erhaltenen Informationen sinnvolle Zusammenhänge zu errechnen, woraus ein Schwindelgefühl resultiert.

Früher wurde von der sogenannten Cupulithisasis-Theorie ausgegangen: Sie beruht auf der Annahme, dass sich otokonische Kristalle (auch Ohrenkristalle) auf dem Cupula-Organ (Gallertkegel) im hinteren Bogengang ablagern und das Gleichgewichtsorgan durch ein Übergewicht an Gravitationskräften eine Positionsänderung des Kopfes meldet, welche aber nicht vorhanden ist. Die Theorie wurde allerdings in den 70er Jahren von der oben erwähnten Canalolithiasis-Hypothese abgelöst.

Die Ablösung der Otolithen ist bisher nur teilweise erklärt. Vermutet wird vor allem, dass ein fortgeschrittenes Alter mitverantwortlich ist. Bei vielen Menschen und sogar bereits bei Kindern können abgelöste Ohrensteine ohne das Auftreten eines benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels vorkommen. Andere Faktoren wie ein Schädelhirntrauma, Verletzungen am Kopf, vorangegangene Verkehrs- und Sportunfälle oder eine Entzündung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr können das Risiko auf Lagerungsschwindel steigern. Auch die Menière-Krankheit und Migräne stellen Risikofaktoren dar.

Therapie

Es gibt verschiedene Ansätze, einen Lagerungsschwindel zu therapieren. Zwar gibt es Medikamente, welche den Schwindel mindern, doch wirken diese rein symptomatisch und bekämpfen in keinem Fall die Ursache, welche beim Ablösen der Ohrsteine rein mechanisch ist.

Stattdessen werden nach der Untersuchung und der Diagnose Lagerungsübungen gemacht, welche die abgelösten Ohrsteine in eine feste, unbewegliche Position führen. Bei diesen Formen der Therapie wird der Patient nach einem bestimmten Schema auf unterschiedliche Seiten gedreht, um die Steine im Ohr so aus den Bogengängen heraus zu manövrieren.

 

Beim Sémont-Manöver

... sitzt der Patient zunächst aufrecht. Er hat den Kopf um 45 Grad gedreht, sodass die betroffene Seite mit den abgelösten Steinen zum Arzt zeigt. Dann erfolgt eine plötzliche Verlagerung des Patienten auf die betroffene Seite. Der Kopf bleibt in der gleichen Lage, der Patient schaut nun also seitlich an die Decke. In dieser Position verweilt der Patient einige Minuten, bevor er abrupt um 180 Grad auf die andere Seite umgelagert wird und nun auf die Unterlage/Liege schaut. Danach wird der Patient langsam und gleichmäßig in die Ausgangsposition zurückgebracht und 3 Minuten in dieser belassen.

 

Beim Epley-Manöver

… sitzt der Patient aufrecht mit ausgestreckten Beinen vor dem Arzt. Der Kopf ist auch hier um 45 Grad zur Seite gedreht, allerdings blickt der Arzt hier nun auf die gesunde Seite. Nun erfolgt eine rasche Umlagerung in eine Rückenlage. Hier muss der Kopf über dem Rand der Untersuchungsliege “überhängen”. So verweilt der Patient, bis die eingetretenen Symptome abgeklungen sind. Nun wird der Kopf des Patienten um 90 Grad gedreht, der Körper bleibt liegen. Erneut bleibt der Patient bis zum Ende der Symptome in dieser Position. Jetzt dreht der Patient den ganzen Körper und verweilt erneut. Danach richtet er sich auf. Während des gesamten Verfahrens sollten, um einer Übelkeit vorzubeugen, die Augen des Patienten geschlossen bleiben.

Beide Manöver sind für eine anteriore und eine posteriore Form des Lagerungsschwindels anwendbar. Diese Begriffe bezeichnen die Position der Otolithen: Bei einer anterioren Form geraten sie in den vorderen, bei einer posterioren in den hinteren Bogengang.

 

In der Homöopathie

… würde beim Auftreten des Schwindels zunächst eine Schwindelanamnese durchgeführt. Dabei kann ein behandelnder Arzt anhand der Symptome spezifische Arzneimittel auswählen. Bei einem Lagerungsschwindel wären das meist Belladonna (Tollkirsche) oder Conium maculatum (gefleckter Schierling). Beide Mittel sind in Form von Streukügelchen (Globuli) oder Tropfen vorhanden.

Prognose, Folgen und Komplikationen

Der Lagerungsschwindel ist zwar unangenehm, allerdings nicht gefährlich oder gesundheitsbedrohend. Oftmals verschwindet er auch ohne entsprechende Therapie. Allerdings sind auch Fälle mit längerem Verlauf bekannt. Deswegen sollte beim Auftreten der Symptome ein zeitnaher Besuch beim HNO-Arzt, beim Neurootologen (ein Spezialist der Hals- Nasen-Ohren-Heilkunde) oder in der Neurologie erfolgen.

Andere Schwindelformen

Nebst einem Lagerungsschwindel sind noch weitere Schwindelformen bekannt. So können unter anderem starke psychische Belastungen aber auch muskuläre Verspannungen einen sogenannten Schwankschwindel hervorrufen. Außerdem gibt es einen sogenannten zentralen Schwindel, welcher durch Gehirnschäden hervorgerufen wird.

Schwindelverursachende Krankheiten

Verschiedene Erkrankungen, wie beispielsweise Morbus Menière, Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Epilepsie können ein Schwindelgefühl hervorrufen. Da für den HNO-Arzt aber nicht immer klar ist, ob es sich dabei eindeutig um einen Lagerschwindel handelt, ist besonders wichtig, dass von ihm potentielle Begleitsymptome wie Erbrechen, Hörverlust oder Kopfschmerzen erfragt werden. Nur so kann er verschiedene Krankheitsbilder voneinander abgrenzen und eine korrekte Behandlung einleiten.

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