Lermoyez-Syndrom


Das Lermoyez Syndrom, nach dem französischen Hals-Nasen-Ohren-Arzt Marcel Lermoyez (1858- 1929) benannt, ist eine Innenohrerkrankung mit anfallsartigem Charakter. Da diese Ohrerkrankung in seiner Symptomatik der Morbus Menière Erkrankung sehr ähnelt, sprechen einige Mediziner von einer Unterart.

Das Innenohr

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Inhaltsverzeichnis

 

Symptome

Das Lermoyez-Syndrom ist klinisch nicht von der Menière-Krankheit zu unterscheiden, weshalb es häufig als Sonderform von Morbus Menière beschrieben wird. Allerdings treten die typischen Menière Symptome in umgekehrter Reihenfolge auf und werden häufig von Migränebeschwerden begleitet:

  • Tinnitus

    Das Ohrgeräusch wird meist einseitig gehört und ist das erste Anzeichen einer Attacke des Lermoyez-Syndroms. Betroffene berichten von einem tiefen Brummen oder Rauschen, welches meistens länger anhält als die anderen Symptome des Schubs.

  • Hörverlust

    Der plötzliche Hörverlust kommt zu dem Tinnitus hinzu und tritt meist ebenfalls nur einseitig auf. Er bessert sich allerdings noch während des Anfalls und das Gehör verbessert sich sogar kurzzeitig.

  • Drehschwindel-Attacken

    Die Schwindelattacken kommen schubweise in unterschiedlichen Abständen, können wenige Minuten bis hin zu mehreren Stunden dauern und lösen den Hörverlust meist ab. Zu dem Drehschwindel kommen häufig Übelkeit, Erbrechen, Blässe und Schweißausbrüche hinzu.

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Ursachen

Lermoyez-Syndrom

Von unbekannt - Henry Gray (1821–1865). Anatomy of the Human Body. 1918.Quelle: http://www.bartleby.com/107/232.html (neue Beschriftung), Bild-frei, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=626959

Die genauen Auslöser für das Lermoyez-Syndrom werden bisher so wie bei der Menière-Krankheit nur vermutet, dennoch tritt in vielen Fällen die Krankheit gehäuft innerhalb der Verwandtschaft auf, weshalb man davon ausgeht, dass gewisse anatomische Besonderheiten des Gleichgewichts- und Hörorgans vererbt werden. Aber auch Umweltfaktoren, wie eine erhöhte Lärmbelastung, eine Virusinfektion, beispielsweise eine Mittelohrentzündung, oder Durchblutungsstörungen können Auslöser für ein Lermoyez-Syndrom sein. In den seltensten Fällen tritt die Krankheit nach einer Verletzung des Innenohrs auf. Bei dem Lermoyez-Syndrom kommt es zu einer Flüssigkeitszunahme des Innenohrs. Bei diesem endolymphatischen Hydrops (Hydrops cochlea) werden die mit Innenohrflüssigkeit (Endolymphe) gefüllten Hörgänge, welche aufgrund von Volumenzunahme unter erhöhtem Druck stehen, gedehnt. Möglicherweise wird der „Endolymph-Schlauch“ so stark gedehnt, dass er an einer Stelle einreißt, weshalb sich die beiden Flüssigkeiten, Endo- und Perilymphe vermischen. Durch die Änderung der Salzgehalte kommt es zu Störungen des Hör- und Gleichgewichtorgans und folglich zu den typischen Symptomen. Zudem werden auch Wirbelsäulenfehlstellungen, Erkrankungen des Nervensystems und Allergien als mögliche Ursachen diskutiert.

Diagnose

Bereits bei ersten Anzeichen auf ein Lermoyez-Syndrom sollte umgehend ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt konsultiert werden. Die Diagnose wird nach dem Ausschlussprinzip gestellt. Dazu untersucht der Facharzt nach dem Anamnesegespräch zunächst die anatomischen Gegebenheiten des Ohrs mithilfe eines Ohrenmikroskops (Otoskop). Zudem wird das Gleichgewicht geprüft um Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen zu erkennen. Anschließend werden hauptsächlich luftleitungsinduzierte Hörtests durchgeführt, um den Hörverlust zu bestimmen. Durch eine Tympanometrie und die Messung otoakustischer Emissionen wird die Schädigung lokalisiert. Mit dem Klockhoff-Test oder auch Glycerolbelastungsprobe genannt, wird der Flüssigkeitsstand des Innenohrs gemessen. In seltenen Fällen kann zudem ein bildgebendes Verfahren, wie eine Magnetresonanztomografie & BERA, Aufschluss darüber geben, ob eventuell ein Gehirntumor, wie ein gutartiges Akustikneurinom, eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs, Multiples Sklerose oder eine Vestibuläre Migräne Ursachen für die Symptome sind.

Therapie

Die Behandlung erfolgt meist konservativ medikamentös. Während eines akuten Lermoyez-Syndrom Anfalls wird Bettruhe, Antivertiginosa, durchblutungsfördernde Medikamente, Cortison und eventuell auch Benzodiazepin verordnet. Je nach Ursache und Intensität der Attacken, kann auch ein operativer Eingriff erforderlich sein.

Um nach akuten Attacken einen weiteren Lermoyez-Syndrom Anfall vorzubeugen, also eine sogenannte Anfallsprophylaxe, ist eine gesunde Lebensweise empfehlenswert. Betroffene sollten besonders auf sich Acht geben, beispielsweise durch eine gesunde und salzarme Ernährung und den Verzicht auf Nikotin. Besonders Frauen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr leiden häufiger unter dem Lermoyez-Syndrom als Männer.

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