Wie funktioniert eigentlich ein Hörgerät?

Wie funktioniert eigentlich ein Hörgerät?

Betroffene einer Hörminderung, die auf eine Unterstützung des Hörvermögens angewiesen sind, fühlen sich im Dschungel der Hörsysteme mit ihren zahlreichen Funktionen vor allem am Anfang oft allein gelassen. In den nächsten Wochen werde ich Ihnen daher die verschiedenen Funktionen, deren Notwendigkeiten sowie Vor- und Nachteile etwas genauer erklären.

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (kurz: GKV) hat am ersten November 2013 folgende Mindestanforderungen an Hörgeräte beschlossen: Jedes Hörsystem muss mit Digitaltechnik ausgestattet sein, über mindestens 4 Kanäle sowie eine Rückkopplungs- und Störschallunterdrückung verfügen. Außerdem müssen mindestens drei Hörprogramme sowie eine Stromquelle vorhanden sein. Folgende Funktionen liegen den jeweiligen Bauteilen zu Grunde:


Digitaltechnik

Prinzipiell kann man zwischen analogen und digitalen Hörgeräten unterscheiden. Analoge Geräte wurden vor allem früher gebaut und werden heutzutage nahezu nicht mehr verkauft, da die digitalen Versionen zum einen vom Hörakustiker besser angepasst werden können und zum anderen besser mit Störsignalen umgehen können. Digitale Systeme verfügen außerdem immer über einen eingebauten Prozessor.

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Kanäle

Die so genannten Filter-Kanäle werden für verschiedene Frequenzbereiche verwendet. Sie zerlegen das eingehende Signal in seine verschiedenen Frequenzanteile und machen es somit möglich, beispielsweise Vogelzwitschern, also ein Geräusch mit einer sehr hohen Frequenz, gezielt von tiefen Tönen zu unterscheiden und sie bei Bedarf entsprechend zu verstärken. Da jeder Hörverlust unterschiedlich ist, ist die differenzierte Behandlung von bestimmtem Frequenzbereichen für einen individuellen Ausgleich unverzichtbar.


Rückkoppelungs- und Störschallunterdrückung

Diese Funktion ist beispielsweise bei Umarmungen oder beim Tragen von Kopfbedeckungen, die über die Ohren reichen sehr wichtig. Ohne eine Rückkoppelungs- und Schallunterdrückung wird in bestimmten Situation das vom Lautsprecher Ausgegebene wieder vom Mikrofon aufgenommen und so durch eine „Endlosschleife" ein unangenehm hohes Störgeräusch erzeugt. Um dies zu vermeiden, ist eine Rückkopplungs- und Störgeräuschunterdrückung sehr wichtig.


Hörprogramme

Abhängig von der Situation in der sich der Träger befindet, treffen auf das Hörgerät Geräusche und Töne in unterschiedlichen Höhen und Lautstärken. Verschiedene Hörprogramme können vom Hörakustiker oder vom Träger selbst so eingestellt werden, dass sie in den entsprechenden Situationen dann ein bestmögliches Hören verwirklichen. Je mehr Hörprogramme und Kanäle auswählbar sind, desto besser kann das Gerät auf verschiedene alltägliche Situationen wie beispielsweise auf ein lautes Arbeitsumfeld und ein leises Wohnumfeld eingestellt werden.

Über welche weiteren Funktionen ein Hörgerät verfügen kann, erfahren Sie in unserem zweiten Teil! Haben Sie bis dahin Fragen zu diesem Artikel oder zu Hörgeräten allgemein, stehen Ihnen unsere Experten von PROAURIS gerne zur Verfügung.

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