Tinnitus


Etwa 26% der Deutschen leiden unter Tinnitus. Dabei kann Tinnitus die unterschiedlichsten Ursachen haben und sowohl vorübergehend als auch chronisch sein. Die von Tinnitus-Betroffenen wahrgenommenen Geräusche sind individuell und werden oft als Rauschen, Klingeln oder Summen empfunden. Wie Tinnitus entsteht, welche Arten es gibt und was Sie dagegen tun können, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Diagnose von Tinnitus

Wichtigste Voraussetzung für eine korrekte Tinnitus-Diagnose ist eine präzise Untersuchung durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Denn nur so kann anschließend eine sinnvolle Tinnitus-Therapie eingeleitet werden. Je nach Mensch und Hörbefund gibt es unterschiedliche Ausgangssituationen, aus welchen sich unterschiedliche Behandlungspläne ergeben. Auch die verschiedenen Untersuchungskonzepte wie das Analysieren der Krankengeschichte, die Durchführung eines Hörtests sowie psychologische Ansätze haben hierauf großen Einfluss.

Erfahren Sie mehr: Untersuchungskonzepte zur Tinnitus-Diagnose

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Ursachen von Tinnitus

Tinnitus kann sowohl mit einer direkten körperlichen Ursache, wie beispielsweise der Erkrankung des Ohres oder einer Beeinträchtigung des Nervensystems, als auch mit psychischen Erkrankungen einhergehen. Man kann dabei zwischen dem subjektiven und dem objektiven Tinnitus unterscheiden.

Informieren Sie sich weiter: Ursachen von Tinnitus

Formen von Tinnitus

Tinnitus ist immer ein Symptom, nie eine Krankheit. Grundsätzlich verfügen alle Menschen über ein leises Grundrauschen, wie es zum Beispiel in einer Schalldichten Kammer vernommen wird. Dies ist vergleichbar mit einer Tonanlage, die bei eingeschaltetem Strom ein leises Grundrauschen aufweist. In der Regel überhören wir Menschen unser „Grundrauschen“ aber.

Grundsätzlich differenziert man nach seiner Dauer zwischen zwei Formen des Tinnitus. Von einem akuten Tinnitus spricht man, wenn der Tinnitus weniger als drei Monate anhält. Ab einer Dauer von drei Monaten liegt ein chronischer Tinnitus vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Tinnitus bestehen bleibt, steigt mit der Dauer seines Erscheinens.

 

Objektive Ohrgeräusche

Objektive Ohrgeräusche sind hör- und messbar und werden durch Ver- und Anspannungsgeräusche der Mittelohrmuskeln oder ruckartige Öffnungsbewegung der Eustachischen Röhre verursacht. Bei krankhaft veränderter Tube sind Atemgeräusche hörbar. Seltener ist Gefäßmissbildung die Ursache der Ohrgeräusche, die hierbei im Rhythmus des Herzschlages klopfen.

 

Subjektive Ohrgeräusche

Deutlich häufiger wird Tinnitus lediglich subjektiv wahrgenommen. Die subjektiven Ohrgeräusche können an Stellen der Hörverarbeitung vom Mittelohr bis hin zur Wahrnehmung im Großhirn auftreten.

Symptome von Tinnitus

Die von Betroffenen wahrgenommenen Geräusche sind individuell unterschiedlich. Beim subjektiven Tinnitus haben Ärzte keine Möglichkeit, die Störgeräusche zu erfassen. Sie sind deshalb auf die Beschreibungen der Patienten angewiesen, welche die Töne in der Regel als Rauschen, Knacken, Summen, Klingeln oder Pfeifen schildern.

Tinnitus Therapie

Zur Therapierung von Tinnitus gibt es je nach dessen Art und Ausprägung unterschiedliche Möglichkeiten.

 

Akuter Tinnitus

Beim akuten Tinnitus handelt es sich – wie beim Hörsturz – um einen Eilfall. Zwar muss er nicht wie ein Notfall sofort behandelt werde, man sollte aber dennoch am nächsten Tag einen Arzt aufsuchen. Viele Formen des Tinnitus bilden sich aber auch nach einem guten Schlaf von alleine zurück. Sollte sich ein Tinnitus aufgrund einer Hörschädigung oder eines Hörsturzes gebildet haben, sind meistens Infusionen zu verabreichen. Aufregung und Hektik sollten tunlichst vermieden werden.

 

Chronischer Tinnitus

Ab einer anhaltenden Dauer von drei Monaten spricht man von einem chronischen Tinnitus. Zwar arrangieren sich viele Betroffene mit der Zeit mit Ihrem Tinnitus (man spricht dann von chronisch-komplexem Tinnitus-Leiden). Nicht wenige erkranken allerdings so ernsthaft, dass sie wegen der Folge- und Begleitstörungen eine Behandlung benötigen. Denn die Betroffenen fixieren sich oft auf den Tinnitus und leiden hierdurch an Konzentrationsmangel, Nervosität, Unruhe, Schlafstörung und Depressionen bis hin zur Gefährdung der Arbeitsfähigkeit.

Chronischer Tinnitus wird in der Regel nicht von alleine lauter, sondern eher mit der Zeit immer leiser wahrgenommen. Er ist auch nicht der Grund für eine Hörverschlechterung. Die Lautheit des Tinnitus ist am besten durch Hals-Nasen-Ohren-Arzt bestimmbar. Meistens liegt der Tinnitus 10-15 dB über der Hörschwelle.

Informieren Sie sich über weitere Verfahre: Therapie von Tinnitus

Folgen und Konsequenzen von Tinnitus

Die Belastung durch Tinnitus kann in vier Schweregrade eingeteilt werden. Personen, die unter einem Tinnitus der Grade 1 und 2 leiden, können in der Regel gut mit ihrem Tinnitus leben und diesen kompensieren. Betroffene der Grade 3 und 4 werden häufig durch den Tinnitus so stark eingeschränkt, dass ihre Lebensqualität deutlich abnimmt.

Wie sehr der Betroffene durch den Tinnitus eingeschränkt wird, hängt stark von seiner psychischen Verfassung hab. Eine Fixierung und das ständige Bewusstsein über die Geräusche verstärken diese und können weitere Symptome nach sich ziehen. Schafft es der Betroffene beispielsweise nicht, die Geräusche beim Einschlafen zu ignorieren, kann dies zu Schlafstörungen führen. Diese wiederum können Leistungsminderungen, chronische Kopfschmerzen und eine eventuelle Suchtgefahr durch Schlafmittel nach sich ziehen.

Hörgeräte bei Tinnitus

Eine Schwerhörigkeit geht oft mit Ohrgeräuschen einher und ist meist auch die Ursache für den Tinnitus. Hörgeräte können dazu beitragen, leise Geräusche wie Vogelgezwitscher wieder zu hören und den Tinnitus zu überdecken.

 

Tinnitus Retraining Therapie - TRT

Beim Retraining (zu Deutsch: umlernen) geht es darum, durch die Erhöhung der akustischen Hintergrundinformation den Tinnitus nicht mehr wahrnehmen zu müssen. Dies gelingt dank sogenannter „Noiser“ (zu Deutsch: Rauscher), welche kontinuierlich ein leichtes Rauschen abgeben. Das Rauschen der Noiser liegt unterhalb der Stärke des Tinnitus. Derartige Geräte werden immer offen angepasst, sodass das normale Hören nicht beeinträchtig wird. Somit ist es nicht möglich, eine reine Tinnitus-Therapie mit Im-Ohr-Geräten durchzuführen. Früher wurden oft sogenannte „Masker“ verwendet, welche den Tinnitus übertönen sollten. Dies empfanden die meisten Betroffenen auf Dauer jedoch als unangenehm, weshalb der Einsatz der Masker zurückgegangen ist. Die Noiser-Therapie bedarf etwas Zeit, der Tinnitus verschwindet also nicht unmittelbar, wenn das Gerät aufgesetzt wird. Auf Dauer gesehen lernt man aber, den Tinnitus zu Überhören.

 

Aquaris von Siemens

Das „Aquaris“ von Siemens ist ein Hörgerät mit eingebautem Noiser. Es ist extrem widerstandsfähig und kann in allen Alltagssituationen verwendet werden. Es ist nach IP 68 wasser- und staubdicht und sehr robust gebaut. Außerdem verfügt es über einen optionalen SportClip für besten Halt in jeder Situation.

 

ReSound LiNX2

Das ReSoung LiNX2 ist ebenfalls ein Hörgerät, welches über einen Noiser verfügt. Mit ihm können Sie Gesprächen mit Leichtigkeit folgen, ohne von störenden Nebengeräuschen abgelenkt zu werden. Der eingebaut Noiser bietet außerdem verschiedene Klangprogramme, die Sie individuell nach Ihren Vorlieben einstellen können. Musikliebhaber können das LiNX2 mit Ihrem iPhone verbinden und direkt über das Hörgerät Musik hören.

Das ReSound Hörgerät Linx2

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