Taubheit


Unter Taubheit oder Gehörlosigkeit versteht man den vollkommenen Verlust des Hörempfindens. Die Taubheit kann in verschiedenen Formen auftreten und ein- oder beidseitig ausfallen. Nicht zu verwechseln ist echte Taubheit mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit, bei der lediglich eine starke Beeinträchtigung der Hörwahrnehmung vorliegt. Bei Schwerhörigkeit unterschiedet man weiter zwischen leichtem (20-40 dB), mittelgradigem (40-60 dB), hochgradigem (60-80 dB) und an Taubheit grenzendem (ab 80 dB) Hörverlust. Erst ab einem Hörverlust von 100 dB kann man von Taubheit sprechen.

Taubheit kann grundsätzlich auch angeboren sein. Zum Glück werden allerdings sehr wenige Kinder mit einseitiger oder beidseitiger Taubheit geboren. Eine Frühgeburt erhöht das Risiko jedoch stark.

Symptome

Einseitige Taubheit

Bei einseitiger Taubheit ist das Hörvermögen stark eingeschränkt. Oft werden Geräusche zu spät oder gar nicht gehört. Menschen, die einseitig ertaubt sind, stellen häufiger Nachfragen und sprechen oft lauter. 

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Ebenso stellen sie in der Regel Radio- und Fernsehgeräte auffallend laut ein. Viele Menschen die an einseitiger Taubheit leiden haben außerdem große Probleme mit dem Richtungshören, was im Alltag problematisch und sogar gefährlich sein kann (zum Beispiel beim Überqueren einer Straße).

 

Beidseitige Taubheit

Bei beidseitiger Taubheit ist akustische Kommunikation wie Sprechen nicht möglich, da das Hörempfinden komplett fehlt. Etwa 15% der beidseitig ertaubten Menschen haben diese Hörkrankheit geerbt. Bei Kindern ist es wichtig zu prüfen, ob ein Hörverlust oder gar Taubheit besteht, weil dies die Sprachentwicklung schwer stören könnte. Tritt die beidseitige Taubheit aufgrund genetischer Ursachen auf, wird sie häufig von weiteren körperlichen Fehbildungen begleitet. Aufgrund der engen Verbindung von Gleichgewichtssinn und Hörnerv kann es auch zu Schwindel- und Übelkeitsattacken kommen.

 

Ursachen von Taubheit

Taubheit kann zahlreiche Ursachen haben. Der Grund hierfür kann zum Beispiel im Ohr liegen, aber auch am Hörnerv oder dem Gehirn. Denkbar ist natürlich auch eine Kombination verschiedener Ursachen.

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Diagnose von Taubheit

Zur Diagnose von Taubheit untersucht der Hals-Nasen-Ohrenarzt mit einem Otoskop den Gehörgang und die Ohrmuschel, um eventuelle Schäden am Trommelfell auszuschließen. Nach der Anamnese werden unterschiedliche Test durchgeführt.

Erfahren Sie mehr: Diagnose von Taubheit

Gerade bei Kindern werden Hörschwierigkeiten leider oft zu spät entdeckt, da Eltern das Gehör Ihrer Kinder häufig zu gut einschätzen. Dabei ist es besonders wichtig, das Gehör des Nachwuchses zu schulen, weil die Hörbahnreifung mit anderthalb Jahren abgeschlossen ist. Wurde sie bis zu diesem Zeitpunkt akustisch nicht richtig stimuliert, bleibt die Fähigkeit, Hör-Reize weiterzuverarbeiten, unterentwickelt. Sollte man bei seinem Kind feststellen, dass es nicht auf Rufen oder Ansprache reagiert, oft nachfragt oder die Sprachentwicklung nicht so ausgereift ist wie sie sollte, sollte man umgehend einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Dieser wird ausführlich die Krankengeschichte, die Gründe für den Verdacht und Auffälligkeiten erfragen. Bei Erwachsenen können die gleichen Symptome auftreten, wobei sich diese meist normal artikulieren können, wenn sie nicht bereits seit der Kindheit taub sind.

Therapie und Behandlung von Taubheit

Eine Hörminderung kann gleichbleibend verlaufen, aber auch bis hin zur Taubheit zunehmen. Daher sollte sie frühestmöglich erkannt und behandelt werden. Grundsätzlich kann eine Taubheit nicht wieder umgekehrt werden. Daher ist es wichtig, frühzeitig zu handeln, insbesondere wenn Kinder Anzeichen einer Hörminderung zeigen. Bei der Behandlung wird unterschieden zwischen vollkommener Taubheit und Resthörigkeit. Bei einer Resthörigkeit können gegebenenfalls noch Hörgeräte zum Einsatz kommen. Bei Gehörlosigkeit sind Hörgeräte hingegen nicht mehr sinnvoll. Ärzte raten in diesen Fällen meist zu sogenannten Cochlea-Implantaten. Diese sollten in Verbindung mit Hör- und Sprachtraining auch bei Kindern schnellmöglich eingesetzt werden.

 

Cochlea-Implantat

Das Cochlea-Implantat wird bei Taubheit eingesetzt, wenn der Hörnerv noch intakt ist. Hierzu wird unter Vollnarkose ein Elektrodendraht in die Hörschnecke eingeführt, der mit einem unter der Kopfhaut implantierten Empfänger verbunden wird. Ein Soundprozessor, der wie ein Hörgerät hinter der Ohrmuschel sitzt, nimmt den Schall auf und wandelt diesen in ein digitales Signal um. Dieses wird dann an die Sendespule weitergeleitet. Die externe Sendespule überträgt anschließend induktiv die Signale an den implantierten Empfänger, welcher diese über die Elektroden abgibt. Hierdurch wird die Hörschnecke stimuliert und kann die Signale an den Hörnerv weitergeben.

 

Einseitige Taubheit – Cros/Bi-Cros

Bei einseitiger Taubheit sowohl mit einem normal hörenden als auch mit einem schwerhörigen Ohr gibt es die Möglichkeit, diese mit einer so genannten CROS- beziehungsweise BiCROS-Variante zu versorgen. Hierbei handelt es sich um eine speziell für einseitig Taube oder einseitig Resthörige mit nicht vorhandenem Sprachverstehen entwickelte Hörgeräteversorgung. Bei der Versorgung wird auf das besser hörende Ohr ein Mikrofon gesetzt, welches per Kabel, Funk oder mit einem Hörgerät auf dem besser hörenden Ohr verbunden ist. Das gute Ohr hört sozusagen für das schlechte Ohr mit. Bei der CROS-Variante wird nur der Ton übertragen, während bei der BiCROS-Variante eine auf dem besseren Ohr vorhandene Hörminderung mit ausgeglichen wird.

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