Hörtest


Fängt man an, Schwierigkeiten damit zu bekommen, sein Umfeld akustisch wahrzunehmen oder seine Mitmenschen gut zu verstehen, sollte man einen Hörtest in Erwägung ziehen. Doch wie verläuft ein Hörtest, wann ist er nötig und sollte er entweder bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker absolviert werden? Wird eine Schwerhörigkeit diagnostiziert, ist es ratsam, Hörgeräte zu testen. Da man oft für einen Termin beim HNO-Arzt lange warten muss, empfiehlt es sich direkt bei einem Hörakustiker den Hörtest zu machen, welcher dann eine geeignete Auswahl an Hörgeräten zusammenstellt, die über einige Wochen getestet werden können. Vor dem Kauf ist allerdings die Verordnung durch einen Arzt nötig, um eine Bezuschussung in Höhe von circa 785 € pro Ohr von den gesetzlichen Krankenkassen zu erhalten.

 

 

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Wer zahlt den Hörtest?

Ein Hörtest beim Hörakustiker ist im Normalfall eine kostenlose Serviceleistung. Sie muss nicht von der Krankenkasse bewilligt werden, sondern wird bei einem Akustikerbesuch umsonst durchgeführt.

Die Tonaudiometrie

Zunächst wird die sogenannte Tonschwellenaudiometrie (auch: Tonaudiometrie) durchgeführt. Hier wird der Testperson zunächst ein Kopfhörer aufgesetzt. Nun werden unterschiedliche Töne wiedergegeben. Die Testperson gibt an, welchen Ton sie gehört hat. Die Töne werden in unterschiedlicher Lautstärke und Frequenz (Tonhöhe) abgespielt. Die Ergebnisse werden in ein Tonaudiogramm eingetragen und geben Auskunft über die Luftleitungshörschwelle des Probanden: Sie stellt die untere Grenze des Hörbaren dar. Im Gegensatz dazu steht die Unbehaglichkeitsschwelle, welche angibt, ab wann Schall als unangenehm laut empfunden wird.

Das Verfahren wird mit einem Knochenleitungshörer wiederholt. Dieser wird auf den Knochen hinter dem Ohr gesetzt und gibt Vibrationen ab, welche durch die Leitfähigkeit vom Knochen an das Innenohr weitergegeben werden. Auch hier werden die Ergebniswerte in das Tonaudiogramm eingetragen; es entsteht eine visuelle Darstellung der Knochenleitungshörschwelle.

Anschließend werden die beiden Tests mit ein- und mehrsilbigen Wörtern wiederholt, dieser Test nennt sich Sprachaudiometrie. Über das Tonaudiogramm können Hörakustiker Schlüsse über die eventuelle Art des Hörverlustes ziehen.

Tonaudiogramm normalhörend
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Andere Hörtests

Eine objektive Audiometrie ist auch bei Menschen möglich, die noch nicht oder nicht mehr kommunizieren können, wie Säuglinge, Kleinkinder oder vereinzelt auch Patienten, die an einer Demenz leiden. Objektive Testverfahren sind beispielsweise die Tympanometrie, mit welcher man die Schwingfähigkeit des Trommelfells durch Druckwechsel überprüft. Mit otoakustischen Emissionen, sehr leisen Tönen, wird getestet, inwiefern die Hörschnecke funktionstüchtig ist. Ein letztes objektives Testverfahren ist die Hirnstammaudiometrie, welche die elektrischen Aktivitäten des Hirnstamms aufzeigt. Aus den registrierten Hirnströmen kann der HNO-Arzt eine Aussage über die Hörfähigkeit machen. Mithilfe des Audiogramms, welches die einzelnen Parameter der Testverfahren zusammenfasst, kann der Hörakustiker eine optimale Auswahl an Hörgeräten zum Testen zusammenstellen.

Online-Hörtests

Sollten Sie einmal im Internet nach Hörtests gesucht haben, sind Sie vielleicht auf (kostenlose) Online-Hörtests gestoßen. Dabei werden Ihnen meist Audioausschnitte und Töne, vorzugsweise mit Kopfhörern, vorgespielt. Danach werden Sie gefragt, was sie in diesen Ausschnitten verstanden haben. Aufgrund Ihrer Angaben wird Ihr Gehör dann bewertet.

Solche Tests sind nur eine vage Möglichkeit, etwas über Ihr Hörvermögen herauszufinden und grob zu beurteilen, wie gut Sie Ihre Umwelt verstehen. Keineswegs kann dabei allerdings eine Schwerhörigkeit medizinisch nachweisbar diagnostiziert werden, allein schon weil die Lautstärke am Computer, Smartphone, etc. variabel ist. Ein Test beim Hörakustiker ist immer die bessere und vertrauenswürdigere Möglichkeit, Ihr Gehör unabhängig zu testen.

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