Hörsturz


Was ist ein Hörsturz?

Ein Hörsturz oder auch Ohrinfarkt genannt, ist ein plötzlicher sensorineuraler Hörverlust. Betroffene beschreiben ein plötzliches watteartiges Gefühl im Ohr. Das Hören wird deutlich schlechter oder funktioniert gar nicht mehr. Meistens tritt der Hörverlust nur einseitig auf und wird von einem Tinnitus und Schwindel begleitet.

Sollten Sie den Verdacht haben, einen Hörsturz erlitten zu haben, ist es wichtig unmittelbar den HNO-Arzt aufzusuchen, um einen bleibenden Hörverlust zu verhindern.

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Symptome eines Hörsturzes

Ein Hörsturz ist an verschiedenen Symptomen erkennbar, wobei Ohrenschmerzen beispielsweise keines davon ist. Bemerken Sie folgende Symptome, die plötzlich auftreten, können diese Anzeichen eines Hörsturzes sein:

  • Schwerhörigkeit
    • Ein plötzlicher Hörverlust, der sich meistens nur auf einem Ohr bemerkbar macht und sich binnen Sekunden oder Minuten entwickelt. Diese Schallempfindungsschwerhörigkeit kann sehr leicht, sogar fast nicht bemerkbar aber auch stark und sogar bis zu einer Taubheit ausfallen. Hinsichtlich der betroffenen Frequenzbereiche tritt der Hörverlust in unterschiedlichen Formen auf. Demnach kann man den Hörsturz in eine Hochton-, Mittelton-, Tiefton- oder pancochleäre Innenohrschwerhörigkeit einteilen.

Info
  • Bei einer pancochleären Innenohrschwerhörigkeit spricht man von einem Hörverlust der den gesamten Bereich der Innenohrschnecke betrifft, also alle Frequenzbereiche miteinschließt.
  • Sensibilitätsstörung

    • Betroffene beschreiben bei einem Hörsturz ein pelziges, watteartiges Gefühl im Ohr zu haben, als ob man den Gehörgang mit einem Stück Watte verstopft hätte. Es stellt sich ein leichtes Druckgefühl im Ohr ein, dass man durch Druckausgleichsmethoden wie Schlucken oder Kauen nicht wegbekommt.

  • Verändertes Hören

    • Plötzlich hören sich Musik und eigentlich bekannte Stimmen anders, irgendwie „fremd“ an. Betroffene haben auch oft den Eindruck, da ein Ohr ja nicht mehr richtig arbeiten kann, dass sie Töne doppelt hören und die Richtung, aus der die Audiosignale kommen, verschoben ist. Beim Hörsturz fallen besonders laute Geräusche oder Stimmen unangenehm auf.

  • Schwindelattacken

    • Ein begleitendes Symptom eines Hörsturzes sind bei 20 % bis 50 % der Betroffenen Schwindelattacken.

  • Tinnitus

    • Häufig treten zusätzlich zu einem Hörsturz auch Ohrgeräusche auf, die durch ein ständiges Pfeifen, Rauschen oder Klingeln beschrieben werden.

Ursachen

Bei dem Hörverlust handelt es sich um eine Schallempfindungsschwerhörigkeit. Normalerweise gelangt der Schall in den Gehörgang und wird vom Trommelfell an die Gehörknöchelchen weitergegeben, die den Schall verstärken und über das ovale Fenster ans Innenohr senden. Die Haarsinneszellen im Innenohr nehmen die Signale auf und wandeln diese in elektrische Reize um, damit der Hörnerv sie aufnehmen und an das Gehirn weiterleiten kann.

 

 

Bei einem Hörsturz befindet sich die Störung im Innenohr, um genauer zu sein in der Hörschnecke (Cochlea). Allerdings kann man den Auslöser dieser Störung nicht genau diagnostizieren. Mediziner haben viele Theorien, wie es zu diesem plötzlichen Hörverlust kommen kann. Die Haarsinneszellen die auf der Cochlea liegen, müssen dauerhaft mit Sauerstoff, welches sie vom Blut bekommen, versorgt werden. Wird das Innenohr nicht ausreichend mit Blut versorgt, setzt die Funktion der Haarsinneszellen zunächst nur temporär aus. Ist der Grund für diese Durchblutungsstörung nicht exakt festzustellen, spricht man von einem Hörsturz. Ein kausaler Zusammenhang wird zwischen Stress und einem Hörsturz vermutet. Vor allem bei Dauerstress, der sich mit der Zeit nicht reduziert, sondern immer stärker wird, passiert es oft, dass das Hörorgan in den stressigsten Momenten streikt. Da Stress nur eine Vermutung und keine organische Ursache für die Innenohrschwerhörigkeit darstellt, spricht man von einem idiopathischen Hörsturz („ohne erkennbare Ursache“).

Als Risikofaktoren, die für einen Hörsturz verantwortlich sein können, gelten alle Faktoren, die das Blut verdicken und eine erhöhte Gerinnungsneigung begünstigen. Neben Stress werden auch andere Krankheiten wie

  • Erhöhte Cholesterin- und Fettwerte im Blut

  • Übermäßiger Nikotinkonsum, welcher Arteriosklerose fördert

  • Diabetes

  • Skoliose

  • Virusinfektionen (Influenza, Masern und Mumps, HIV- oder Herpes-Erkrankungen)

  • Bakterielle Infektionen (Borreliose und Mittelohrentzündung)

  • Autoimmunerkrankungen

als mögliche Auslöser für Durchblutungsstörungen im Innenohr vermutet und somit als Verursacher eines Hörsturzes gewertet.

Diagnose

Um Komplikationen bei einem Hörverlust zu vermeiden, sollten Sie umgehend einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Bei einer dauerhaften Unterversorgung der Haarsinneszellen mit Sauerstoff sterben diese nämlich ab und ein bleibender Hörverlust stellt sich ein.

Der HNO-Arzt führt einen Hörtest (Stimmgabelprüfung, Ton- und Sprachaudiometrie) durch, um zu erkennen, ob es sich um eine Schalleitungs- oder eine Schallempfindungsschwerhörigkeit handelt. Ergänzend wird eine Ohrspiegelung durchgeführt, um Verletzungen im Gehörgang oder Trommelfell auszuschließen. Die Ergebnisse des Hörtestes werden in einem Tonaudiogramm festgehalten, anhand dem man nicht nur den Ort der Störung, sondern auch, ob es sich um eine Hoch-, Tief- oder Mitteltonschwerhörigkeit handelt, erkennen kann. Blutuntersuchungen lassen auf Viren oder Bakterien zurückschließen, welche eine Durchblutungsstörung nach sich ziehen können. Eine Ultraschall-Untersuchung gibt außerdem Aufschluss über Engstellen in den Halsschlagadern, welche zur mangelhaften Durchblutung des Innenohrs führen können.

Für einen gezielten Befund können weitere medizinische Untersuchungen zum Einsatz kommen, welche zum Beispiel Aufschluss über den Zustand des Hörnervs geben können und eine neurale Schwerhörigkeit gegebenenfalls ausschließen:

  • Tonaudiometrie nach Fowler

  • Hirnstammaudiometrie (BERA)

  • Messungen otoakustischer Emissionen (OAE)

Wie funktioniert die Tonaudiometrie nach Fowler?
  • Es werden abwechselnd Töne an beide Ohren gesendet. Der Lautstärkepegel ist unterschiedlich stark und wird so lange verändert, bis die Testpersonen den Ton auf beiden Ohren gleich laut hört. So kann die Stärke eines einseitigen Hörschadens festgestellt werden.
Wie funktioniert eine Hirnstammaudiometrie?
  • Bei einer Hirnstammaudiometrie werden die Schwingungen des Schalls vom Hirnstamm bis zur Hirnrinde gemessen. Sind die Schwingungen in der Hirnrinde messbar, geht man in der Regel davon aus, dass die Innenohrschnecke intakt ist.
Wie funktionieren die otoakustischen Emissionen?
  • Hierbei sendet eine Sonde im Gehörgang gezielt Schallreize aus. Wenn diese auf das Innenohr treffen, reagiert es normalerweise mit einer bestimmten „Antwort“, welche man als otoakustische Emissionen bezeichnet.

Die Diagnose erfolgt in der Regel anhand eines Ausschlussprinzips, das heißt wenn kein anderer Auslöser erkennbar, allerdings ein plötzlicher Hörverlust messbar ist, spricht man von einem Hörsturz.

Therapie

Da der Auslöser bei einem Hörsturz meist nicht erkennbar ist, kann man nicht eindeutig eine Behandlungsmethode entwickeln. Dennoch gibt es viele Therapieansätze die bereits mehrfach erfolgreich eingesetzt wurden. Wenn der Hörsturz nur mit einem leichten Hörverlust einhergeht und schon am Abklingen ist, raten Ärzte oft, sich ein paar Tage Ruhe zu gönnen, damit sich das Hörorgan wieder erholen kann. Dauer und Verlauf eines Hörsturzes sind individuell, allerdings heilt dieser in der Regel nach wenigen Tagen ohne bleibende Schäden aus. Weitere mögliche Therapieformen sind:

  • Tabletten

    • Kortison, Medikamente auf der Basis von Procain oder Vitamin B-Präparate werden verordnet, da sie entzündungshemmend wirken und die Nerven blockieren, die eine Gefäßverengung bewirken.

  • Intratympale Therapie

    • Direkt ins Ohr, genauer in das Trommelfell, wird eine Glukokortikoid- Spritze verabreicht. Da das Kortisonpräparat nicht erst über die Venen gehen muss, erhöht es nicht den Blutzuckerspiegel, sodass diese Behandlungstherapie auch bei Diabetikern angewandt werden kann.

  • Hyperbare Sauerstofftherapie

    • In einer Überdruckkammer wird dem Patient Sauerstoff verabreicht. Da die Haarsinneszellen, bedingt durch einen Sauerstoffmangel nicht richtig funktionieren können, soll diese Therapie das Hörorgan bei der Heilung unterstützen. Die Wirkung dieser Behandlungsmethode ist noch sehr umstritten und wird nur in wenigen Druckkammerzentren angeboten.

  • Biomentale Therapie nach Geuel

    • Dieser psychoanalytische Ansatz stellt die Entspannung von Geist und Körper in den Mittelpunkt. Durch positives Denken sollte das bewusste „Ausschalten“ von Stressfaktoren gefördert werde. Besonders hilfreich ist dieser Therapieansatz für eine Behandlung nach einem Hörsturz, um einen weiteren plötzlichen Hörverlust vorzubeugen.

Hinterlässt der Hörsturz bleibende Schäden und leidet man danach an einer Innenohrschwerhörigkeit, kann man diese oft nur durch ein Hörgerät kompensieren. Bereits abgestorbene Haarsinneszellen können sich nicht mehr regenerieren oder gar nachwachsen. Die verlorenen Frequenzbereiche können folglich nur noch mit der Hilfe eines Hörgeräts erfasst werden.

Wie kann ich einem Hörsturz vorbeugen?

Um Risiken bei einem Hörsturz zu vermeiden, sollte man in erster Linie gesund Leben. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sollte das seelische und körperliche Stresslevel niedrig gehalten werden. Zudem sollten Sie extremes Übergewicht vermeiden und sich regelmäßig bewegen.


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