Wissenswertes zum Thema Hörverlust

Wissenswertes zum Thema Hörverlust

Hörverlust - Formen und Ursachen

Laut einer Studie des Mediziners Wolfgang Sohn ist jeder fünfte Deutsche über 14 Jahren in seinem Hörvermögen beeinträchtigt. Somit leiden in Deutschland vergleichsweise über doppelt so viele Menschen an Hörproblemen wie an der Volkskrankheit Diabetes – doch die wenigsten davon wollen sich den Hörverlust eingestehen. Dieser äußert sich nicht nur darin, dass Betroffene leisere Töne schlechter oder gar nicht wahrnehmen können, sondern bedeutet zudem Schwierigkeiten bei der Filterung von Hintergrundgeräuschen. Es fällt also beispielsweise schwer, den Gesprächspartner zu verstehen, wenn sich in der Nähe andere Leute unterhalten. Typischerweise äußern sich die Probleme zunächst bei der Wahrnehmung hoher Frequenzen. Deshalb fällt es manchen Menschen mitunter besonders schwer, hohe Kinderstimmen zu verstehen.


Temporäre Minderung des Hörvermögens

Eine Form des Hörverlustes, mit der die meisten Menschen schon einmal Erfahrungen gemacht haben, ist die sogenannte temporäre Hörschwellenverschiebung. Dabei handelt es sich um eine vorübergehende Verschlechterung des Gehörs auf beiden Ohren, die sich nach maximal zwei Tagen von alleine wieder legt. Sie tritt immer dann auf, wenn man einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt war und wird oftmals als eine Art dumpfes Gefühl in den Ohren beschrieben. Es kommt z. B. vor, dass man bei längerem Autofahren das Radio immer weiter aufdreht, da man die Lautstärke mit zunehmender Beschallung als immer leiser wahrnimmt. Während der Fahrt selbst merkt man davon meist nichts – die Lautstärke erscheint einem als normal. Lässt man den Regler allerdings unverändert, erschrickt man, wenn man am nächsten Tag ins Auto steigt und das Radio anmacht. Denn die tatsächliche Lautstärke war viel höher als es einem während der vorangegangenen Fahrt bewusst war.


Bei Hörsturz ist sofortiges Handeln geboten

Anders als die temporäre Hörschwellenverschiebung legt sich ein Hörsturz nicht wieder von alleine. Ein solcher äußert sich durch eine merkliche, schlagartige Verschlechterung des Hörvermögens – oft nur auf einem Ohr. Diese Hörminderung hat nach außen hin keine ersichtliche Ursache und geht oft mit Ohrgeräuschen einher. Besteht der Verdacht auf einen Hörsturz ist es wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen. Denn je schneller die Ursache (z. B. Durchblutungsstörung) behoben wird, desto besser stehen die Chancen, das Hörvermögen wieder vollständig herstellen zu können.


Wenn der Hörverlust dauerhaft wird

Kommt es häufiger zu größeren Lärmbelastungen, kann es passieren, dass aus der temporären eine permanente Hörschwellenverschiebung wird. So entsteht die zu den anerkannten Berufskrankheiten gehörende Lärmschwerhörigkeit. Diese tritt besonders häufig bei Vertretern der Berufsgruppen auf, die in der Metall- und Baubranche tätig sind. Bei der Lärmschwerhörigkeit handelt es sich um eine Form der Schallempfindungsschwerhörigkeit, auch Innenohrschwerhörigkeit genannt. Diese Art des Hörverlustes entsteht, wenn im Innenohr die so genannten Haarzellen, also die Sinneszellen der Schnecke, fehlen oder beschädigt wurden. Ab einer Lautstärke von über 120 dB, etwa durch einen lauten Knall, werden im Ohr so heftige Schwingungen durch die Schallwellen verursacht, dass dies zum Absterben der Haarzellen führen kann. Mit fortschreitendem Hörverlust verändern sich das Klangbild und die Wahrnehmung von Geräuschen.


Innenohrschwerhörigkeit kann viele Ursachen haben

Neben starkem Lärm kann es viele weitere Ursachen für die Entwicklung einer Schallempfindungsschwerhörigkeit geben. Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich die Funktion der Haarzellen immer mehr. Auch Vergiftungen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder diverse Krankheiten können Ursache einer Innenohrschwerhörigkeit sein. Zu diesen Krankheiten gehören u. a.:

  • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus)
  • Morbus Menière (Innenohrerkrankung mit Schwindel und Ohrgeräuschen)
  • Psychische Erkrankungen
  • Neurologische Erkrankungen
  • Gefäßerkrankungen
  • Geschwülste
  • Angeborene Fehlbildungen

Erste Hinweise für einen schleichenden Hörverlust

Da sich Hörverlust in vielen Fällen schleichend einstellt, sind sich die meisten Betroffenen zu Beginn überhaupt nicht bewusst darüber, dass ihre Hörfähigkeit nachgelassen hat. Oft sind es die Angehörigen und Bekannten, die als Erste bemerken, dass etwas nicht stimmt. Wenn Sie also z. B. häufiger darauf angesprochen werden, dass Ihr Fernseher oder Musik zu laut läuft, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Hörvermögen vermindert sein könnte. Auch wenn man den Eindruck hat, dass die Gesprächspartner oft nuscheln und Unterhaltungen – insbesondere mit mehreren Personen – schnell als anstrengend empfunden werden, kann dies ein Indiz für einen möglichen Hörverlust sein.

Hörgeräte steigern die Lebensqualität

Leichte bis schwere Ausprägungen von Schallempfindungsschwerhörigkeit kann man in den meisten Fällen erfolgreich durch Verwendung eines Hörgeräts beheben. Doch bedauerlicherweise greifen nur rund 10 % aller Betroffenen zu diesem Hilfsmittel. Vielen fällt es schwer, sich selbst die Hörschwäche einzugestehen. Auch Scham stellt oft einen Grund dar, warum sich viele Menschen mit den Beeinträchtigungen eines Hörverlusts durch den Alltag quälen.

Dabei sollte man keine Sekunde zögern, damit das Gehirn nicht verlernt, bestimmte akustische Signale richtig zu deuten. Ein Hörgerät dient nicht nur akut als Hörunterstützung, sondern hilft auch bei der Erhaltung des Hörvermögens. Die meisten Hörgeräte sind heutzutage klein und unauffällig. Gleichzeitig vermindern sie Stress, weil man sich bei Gesprächen plötzlich nicht mehr so sehr anstrengen muss, um das Gesagte zu verstehen. Viele Träger von Hörgeräten berichten auch, dass sie sich durch die Verwendung der Hörhilfe weniger müde fühlen als zuvor.


Schallleitungsschwerhörigkeit meist gut behandelbar

Bei verschlechterter Hörfähigkeit kann es sich auch um eine sogenannte Schallleitungsschwerhörigkeit handeln. Anders als bei der Innenohrschwerhörigkeit liegt die Ursache hier entweder im Außen- oder Mittelohr. Dabei handelt es sich meist entweder um eine infektiöse Erkrankung, eine Schwellung, einen Fremdkörper (z. B. Wasser oder Ohrenschmalzpropfen) oder Verletzungen des Trommelfells oder der Gehörknöchelkette. Diese Form des Hörverlustes lässt sich häufig sehr gut behandeln, etwa durch Entfernung des Fremdkörpers oder die Verabreichung von Medikamenten. In manchen Fällen kann auch der Einsatz eines Hörgeräts sinnvoll sein.

Stellt man bei sich selbst Anzeichen für einen Hörverlust oder gar einen Hörsturz fest, sollte man diese in jedem Fall ernst nehmen. Weitere Informationen zum Thema Hörverlust sowie eine kostenfreie und kompetente Beratung finden Sie auf unserer Webseite.

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