Schallleitungsschwerhörigkeit


Was ist eine Schallleitungsschwerhörigkeit?

Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit, auch Schallleitungsstörung oder Mittelohrschwerhörigkeit genannt, liegt das Problem an der Weiterleitung des Schalls im Außen- oder Mittelohr. Hier kann zwischen Versteifungs-, Dämpfungs- und Summationstypen unterschieden werden. Diese Probleme lassen sich in der Regel mit einem Arztbesuch, einer Operation oder einem Hörgerät beheben.

Diagnose einer Schallleitungsschwerhörigkeit

Besteht der Verdacht einer Schallleitungsschwerhörigkeit, wird zunächst eine Otoskopie durchgeführt. Dabei untersucht der Hals-Nasen-Ohren-Arzt mit einem lupenähnlichen Gerät den äußeren Gehörgang und das Trommelfell. Hierbei lässt sich feststellen, ob zum Beispiel ein Fremdkörper oder ein Ohrenschmalzpfropf (Cerumen obturans) den Gehörgang verstopfen oder ob das Trommelfell krankhafte Veränderungen bzw. Verletzungen aufweist. Auch eine Gehörgangsentzündung (Otitis externa), beispielsweise durch kleine Verletzungen mit dem Wattestäbchen verursacht, können eine Schallleitungsschwerhörigkeit zur Folge haben.

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Im Anschluss wird ein subjektiver Hörtest, ein so genanntes Tonaudiogramm, erstellt, bei welchem dem Patienten verschiedene Frequenzen über einen Kopfhörer vorgespielt werden und er angeben muss, wann er die Töne hören kann. Dadurch wird die Hörschwelle des Betroffenen ermittelt.

Das Ganze wird mit einem Knochenleitungshörer, welcher hinter dem Ohr auf dem Knochen platziert wird, wiederholt. Liegt eine Schallleitungsschwerhörigkeit vor, kann man mit Hilfe des Tonschwellenaudiogrammes feststellen, dass die Luftleitungshörschwelle deutlich niedriger ist als die Knochenleitungshörschwelle. Anhand der Kurve lassen sich außerdem mögliche pathologische Ursachen erkennen. Anschließend wird noch ein Sprachaudiogramm erstellt bei dem der Patient über Kopfhörer Ein- und Mehrsilber vorgespielt bekommt, die er dann nachsprechen soll. Hier erkennt man bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit eine Verschiebung der Kurven gegenüber der Normalkurve.

Es können außerdem noch weitere Tests zur Spezifizierung der Ursachen und betroffenen Stellen einer Schallleitungsschwerhörigkeit durchgeführt werden: Mit einer Tympanometrie können durch das Testen der Schwingfähigkeit des Trommelfells weitere Ursachen genauer bestimmt werden. Das daraus resultierende Tympanogramm gibt dann Auskunft über die Druck- und Schwingverhältnisse im Mittelohr. Der Weber-Test dient zur Feststellung der betroffenen Ohrseite und die Stapediusreflexmessung testet die Beweglichkeit der Gehörknöchelchenkette, welche mit lauten Tönen stimuliert wird, sich daraufhin zusammenzieht und so den Grad ihrer Flexibilität messbar macht. Mit einem bildgebenden Verfahren wie MRT oder CT kann man außerdem feststellen, ob im Mittelohr knöcherne Veränderungen stattgefunden haben.

Ursache

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann zahlreiche Ursachen haben. Besonders häufig liegt ihr allerdings eine Entzündung (Myringitis), eine Lochbildung (Perforation) oder ein Einreißen (Ruptur) des Trommelfells, welches dadurch vernarbt, zu Grunde. Prinzipiell lässt sich die Schallleitungsschwerhörigkeit und damit ihre Ursachen in drei Kategorien aufteilen: Versteifungstyp, Dämpfungstyp und Summationstyp.

 

Versteifungstyp

Ist der Abstand zwischen Luft- und Knochenleitung zu den tiefen Frequenzen hin höher, liegt ein Versteifungstyp vor. Hierbei lässt sich darauf schließen, dass es sich zum Beispiel um eine steife Trommelfellnarbe, einen Tubenverschluss, eine Tubenventilationsstörung, eine Versteifung der Gehörknöchelchenkette, deren Bandaufhängung oder eine beginnende Otosklerose handelt. Trommelfellnarben können beispielsweise durch eine Paukendrainage oder eine ehemalige Verletzung entstehen. Ein Tubenverschluss kann unter anderem auch durch eine Erkältung hervorgerufen werden und ebenso wie ein Cholesteatom eine Mittelohrentzündung verursachen. Wird die Schallleitungsschwerhörigkeit durch eine Otosklerose oder eine Versteifung verursacht, ist die Gehörknöchelchenkette langsam verknöchert und kann sich dadurch nicht mehr richtig bewegen.

 

Dämpfungstyp

Nimmt der Abstand zwischen Luft- und Knochenleitung zu den hohen Frequenzen hin zu, lässt das auf einen Dämpfungstyp schließen. Mögliche Ursachen dafür können eine schlaffe Trommelfellnarbe, ein Mittelohrerguss oder eine Mittelohrentzündung sein. Trommelfellnarben können durch Verletzungen am Trommelfell, wie etwa durch spitze Gegenstände oder einen Schlag auf das Ohr, entstehen. Zu einem Mittelohrerguss kann es kommen, wenn eine Mittelohrentzündung nicht behandelt wird, sich daraufhin Sekret und Eiter hinter dem Trommelfell sammelt und diese dann die Schallweiterleitung verhindert.

 

Summationstyp

Beim Summationstyp werden sowohl tiefe als auch hohe Frequenzen gleich schlecht gehört. Der Summationstyp entsteht wenn sich Versteifungs- und Dämpfungstyp vereinen. Das ist zum Beispiel bei einer schlaffen Trommelfellnarbe und beginnender Otosklerose der Fall. Dieser Typ ist aber auch zu sehen, wenn die Otosklerose fortgeschritten ist oder die Gehörknöchelchenkette, beispielsweise aufgrund eines Schädelbruchs, unterbrochen ist.

An einer Schallleitungsschwerhörigkeit können aber auch noch andere Ursachen beteiligt sein, wie etwa eine Ohrmuschel- oder Gehörgangs-Fehlbildung.

Therapie einer Schallleitungsschwerhörigkeit

Schallleitungsschwerhörigkeiten bieten in der Regel gute Behandlungschancen. Ohrenschmalzpfropfen oder Fremdkörper können vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt ganz einfach mit Hilfe einer Spülung entfernt werden. Gehörgangsentzündungen können ebenfalls mit antibiotischen Tropfen lokal vom HNO behandelt werden. Ein Tubenkatarrh, also ein Tubenverschluss oder ein Paukenerguss, wird meist durch einen Infekt der oberen Atemwege verursacht und heilt mit diesem auch wieder aus. Abschwellende Nasentropfen können unterstützend gegeben werden. Sollte ein chronischer Mittelohrkatarrh (Seromucotympanon) vorliegen, ist mittel- bis langfristig eine Belüftung des Mittelohres durch Einsetzen eines Paukenröhrchens (Paukendrainage) in das Trommelfell nötig. Leidet der Betroffene unter einer Otosklerose oder einer Unterbrechung der Gehörknöchelchenkette, kann durch eine Operation (Tympanoplastik) Abhilfe geschafft werden. Hierbei wird der entsprechende Teil durch ein Plastikteil ersetzt. Bei einer Otosklerose kann ebenfalls eine Operation, in diesem Fall Stapesplastik genannt, durchgeführt werden. Hierbei wird die Funktion des Steigbügels durch eine Prothese ersetzt.

Sollte sich die Schallleitungsschwerhörigkeit nicht bessern oder eine Therapie aus bestimmten Gründen nicht möglich sein, empfiehlt sich eine Hörgeräteversorgung. Hierdurch sinkt sowohl die Unbehaglichkeitsschwelle, also die Schalldruckschwelle, ab der das Hören als unangenehm laut empfunden wird, als auch die Schmerzschwelle, welche die obere Grenze des maximal erträglichen Schalldrucks beschreibt.

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