Ist Tinnitus erblich?

Ist Tinnitus erblich?

Diese Woche werde ich Ihnen in unserer Rubrik „Gut zu Wissen" über die Vererbbarkeit von Tinnitus und dessen Konsequenzen berichten. Das Wort Tinnitus leitet sich vom lateinischen Begriff „Tinnitus aurium", was so viel wie „das Klingeln der Ohren" bedeutet, ab. Man unterscheidet zwischen dem objektiven Tinnitus, welcher durch eine im Körper vorhandene Schallquelle verursacht wird, und dem subjektiven Tinnitus. Da der objektive Tinnitus sehr selten auftritt, verwendet der Volksmund den Begriff des Tinnitus meist stellvertretend für den subjektiven Tinnitus.

Menschen, die von einem subjektiven Tinnitus betroffen sind, nehmen Geräusche oder Töne wahr, die keiner äußeren Schallquelle zugeordnet werden können und somit auch nicht messbar sind. Obwohl die Ohrgeräusche deshalb auch als Phantomgeräusche bezeichnet werden, sind sie nicht weniger real. Allein in Deutschland leiden laut Statistiken rund 6,4 Millionen Menschen unter einem chronischen subjektiven Tinnitus.

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Da jeder Tinnitus unterschiedlich wahrgenommen wird, verschiedene Ausprägungen hat und aufgrund zahlreicher Ursachen auftreten kann, forschen Experten schon lange an einem möglichen Zusammenhang zwischen der Vererbung und der Entstehung von Tinnitus. Zwar wurde festgestellt, dass Geschwister von Tinnitus-Patienten ein um 70 % höheres Risiko haben, ebenfalls an Tinnitus zu erkranken. Jedoch konnte die Ursache hierfür nicht ermittelt werden.

Am 23.03.2017 veröffentlichte eine Arbeitsgruppe von Forschern der Charité-Universitätsmedizin Berlin unter der Leitung von Iris Maas eine Studie über die genetischen Einflüsse auf Tinnituserkrankungen. Mit Hilfe der Zwillingsforschung ergab sich, dass die Heritabilitätsquote, also das Maß für die Erblichkeit von Eigenschaften, welche die Merkmale eines Organismus beeinflussen, bei einem beidseitigen 0,56 und bei einem einseitigen Tinnitus 0,27 betrug. Im Mittel ergab sich eine Heritabilitätsquote von 0,43, was in etwa der Vererbbarkeit anderer komplexer Erkrankungen wie Depression oder Parkinson, entspricht.

Daraus lässt sich schließen, dass die Gene zwar nicht ausschließlich für eine Tinnituserkrankung verantwortlich sind, deren Entstehung jedoch begünstigen. Des Weiteren wäre es möglich, dass der beidseitige Tinnitus aufgrund seiner hohen Heritabilitätsquote durch einen genetischen Subtyp verursacht wird.

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